Final Fantasy XVI

Spieletest von:

Stefan

White Anduriel

Nicht ganz 3 Jahre nach der ersten Ankündigung von Final Fantasy XVI im September 2020, ist es nun so weit und FFXVI erscheint am 22.06.2023 exklusiv für die Playstation 5.

Nach dem großen Erfolg der Demo, die am 12.06.2023 erschien, freuen wir uns nun umso mehr, euch von der Vollversion berichten zu können.

Diese Review wird ausführlich, jedoch komplett spoilerfrei sein, ihr müsst euch also keine Sorgen machen.


Die Story

Wir bereisen die Welt von Valisthea als Clive Rosfield (im deutschen gesprochen von Vincent Fallow) der nach tragischen Ereignissen in seiner Jugend auf der Suche nach Rache ist und so unfreiwillig in den Kampf um das Überleben der Welt verwickelt wird.

Es ist schwierig zu beschreiben wie gut geschrieben und erzählt die Geschichte von Final Fantasy XVI ist ohne über die Story als solche zu sprechen, aber alle Charaktere, Schauplätze und Twists fühlen sich nachvollziehbar an und ziehen die Spieler sofort in ihren Bann.

Die Story ist nicht zu überladen und es ist leicht ihr zu folgen und sich den Hauptcharakteren, allen voran Clive verbunden zu fühlen.

Was die Story jedoch direkt von der ersten Minute zu älteren Final Fantasy Titeln unterscheidet, ist nicht nur das düstere Kriegssetting, sondern das dieses auch realistisch gezeigt wird. Nicht selten sieht man Menschen sterben, Blut spritzen oder hört schmerzerfüllte Schreie links und rechts von dem Weg, den man läuft. Auch schreckt das Team um Naoki Yoshida nicht vor Nacktheit zurück. Final Fantasy XVI hat dementsprechend eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Diese düstere Grundstimmung ist jedoch erfrischend anders. Bisher gab es zwar oft Kriege in anderen Final Fantasy Spielen, aber das explizite zeigen der Auswirkungen macht Final Fantasy XVI auf seine Art bisher einzigartig.

Am besten lässt es sich mit Final Fantasy Type-0 vergleichen, das ähnlich düstere Themen hatte, jedoch geht Final Fantasy XVI noch erwachsener an das Thema ran. Es fühlt sich auch einfach richtiger an, mit Clive nach dem Beginn des Spieles einen erwachsenen Hauptcharakter zu haben, der schon viel im Leben durchmachen musste und nicht mehr super fröhlich durch die Gegend zieht und sich darauf freut Abenteuer zu erleben. Er kämpft um sein Überleben und das seiner Gefährten und man merkt, dass es ihm ernst ist, Rache zu üben und die Rettung der Welt nur ein Nebeneffekt ist.


Das Kampfsystem

Das Kampfsystem von Final Fantasy XVI ist um einiges actiongeladener als beispielsweise das Final Fantasy VII Remake. Wir steuern nur Clive und können seinen Hund und Begleiter Torgal kleinere Kommandos geben. Alle anderen Gefährten, die sich im Verlauf der Geschichte Clive anschließen agieren allein. Hier ist die KI relativ ausgewogen und die Gefährten sind im Kampf nützlich.


Im späteren Verlauf eignet sich Clive mehr und mehr Fähigkeiten an, die im Kampf miteinander kombiniert und zu tödlichen Kombos vereint werden können. Wie bereits z.B. in Final Fantasy XIII und Final Fantasy XV gibt es eine „Willens“ Leiste die, wenn dem Gegner genug Schaden zugefügt wurde, dafür sorgt, dass eben dieser bricht und der Gegner für eine kurze Zeit handlungsunfähig ist und mehr Schaden durch Attacken erhält.

Das Kampfsystem ist in einigen Teilen mit dem aus der Devil May Cry Reihe vergleichbar, jedoch benutzerfreundlicher, da trotz aller Action, der Kampf immer übersichtlich bleibt.

Außerdem gibt es in festgelegten Kämpfen auch die Möglichkeit auf Quick Time Events, in denen in einem kleinem Zeitfenster auf die Anweisungen auf dem Bildschirm reagiert werden muss, um z.B. Schaden zu Reduzieren oder mehr Schaden auszuteilen. Leider gibt es allerdings einen Minuspunkt dafür, dass man nicht von Anfang an Angriffe blockieren kann. Das ist, gerade für action Liebhaber, wirklich hinderlich. Wir können zwar ausweichen und parrieren aber blocken wäre auch sehr erfreulich.


Darüber hinaus gibt es verschiedene Spielmodi um jeden den Zugang zu Final Fantasy XVI zu ermöglichen und verschiedene Spielstile zu gewährleisten.

So gibt es zum einen den Story-Modus, in diesem sind die Gegner ein wenig leichter. Das heißt sie haben weniger HP und ziehen euch weniger ab. Der zweite Modus, ist der Action-Modus. Dieser ist generell etwas herausfordernder und ihr müsst euch teilweise gute Taktiken für eure Gegner einfallen lassen. Generell können bis zu 3 Unterstützende Accessoires angelegt werden, die z.B. automatisch ein perfektes Ausweichen oder perfektes Angreifen mit automatischen Kombos ermöglichen. So ist es auch für Anfänger oder Spieler die den Actionkämpfen nichts abgewinnen können, möglich Final Fantasy XVI in vollen Zügen zu genießen. Der Action-Modus wird dadurch dann auch leichter.

Zu guter Letzt gibt es noch einen dritten Spielmodus, über den wir an dieser Stelle nichts verraten wollen. Außer, dass dieser nur im New Game+ zur Verfügung steht und nichts für schwache Nerven ist.


Alles in allem, ist das Kampsystem sehr gut ausgearbeitet, macht viel Spaß und auch wenn man bisher noch nicht mit solchen Systemen gespielt hat, kommt man doch schnell rein, was alles Intuitiv wirken lässt. Auch Anfängern können wir empfehlen einfach mal den Action-Modus auszuprobieren. Es ist über das Hauptmenü jederzeit möglich zwischen diesem und den Story-Modus hin- und her zu wechseln.


Nebenmissionen

Wie es in einem Final Fantasy üblich ist und zum guten Ton gehört, gibt es natürlich auch in Final Fantasy XVI einiges an Nebenmissionen zu erledigen. Die Welt retten ist das eine, die Menschen in dieser Welt glücklich machen, das andere.

In Final Fantasy XVI sind die Nebenmissionen in zwei Kategorien einteilbar.

Zum einen gibt es die klassischen Aufträge, die uns durch NPCs erteilt werden und die Suche nach Gegenständen, Gegnern oder Begleitung von anderen Charakteren beinhaltet.


Insbesondere die Aufträge haben uns sehr gut gefallen, es sind zum einem nicht zu viele Aufträge, wie z.B. in Final Fantasy XV, noch sind zu viele auf einmal verfügbar, so dass man nicht ständig und lange aus der Story herausgerissen wird, wenn man die Aufträge direkt nach der Verfügbarkeit annimmt. Was jedoch noch wichtiger ist: jeder einzelne Auftrag trägt ausnahmslos grandios zum Worldbulding bei. Die Charaktere, egal ob Haupt- oder Nebencharaktere, werden tiefer beleuchtet, der Zustand von Valisteha wird verständlicher und die Bindung untereinander wird gestärkt. Man hat zu keinem Moment das Gefühl, nun „unnütz“ von A nach B zu laufen, sondern mit Sinn und Verstand. So viel Spaß an Nebenmissionen hatten wir storytechnisch bisher nie.

Zum anderen gibt es die sogenannten Jagdaufträge. Hier gilt es besonders starke und seltene Monster zu finden und zu besiegen, bevor diese Schaden in Valisthea anrichten können.

Man erhält zu jedem Jagdauftrag nur eine grobe Beschreibung des Gegners und seines Standortes und muss diese, manchmal wirklich gut versteckten, Gegner selbst finden.

Dadurch bekommt man jedoch ein noch besseres Gefühl für die Welt von Valisteha und findet sich auch besser in jedem Gebiet zurecht und findet so auch die ein oder andere Überraschungen und Herausforderungen, zu denen wir euch diese aktuell noch nicht verderben möchten.

 

Grafik und Musik

Für die Grafik bietet Final Fantasy XVI 2 verschiedene Modi an. Zum einen den Grafik-Modus und den Bildfrequenz-Modus mit 60fps.


Beide Modi laufen extrem flüssig, die Ladezeiten sind quasi nicht vorhanden und Ruckler, Bugs oder Frameeinbrüche konnten wir in all den Stunden, die wir in Valisteha verbracht haben nicht beobachten. Wenn man etwas kritisieren möchte, dann das Gegner, die man in weiterer Entfernung sieht sich nicht ganz flüssig bewegen. Je näher man diesen jedoch kommt, desto flüssiger werden auch die Bewegungen. Auch in dunklen Gebieten sieht man alles und findet sich problemlos zurecht. Jedoch sei hier anzumerken, dass es in Final Fantasy XVI anders als in anderen Final Fantasy Spielen, keine Minimap gibt mit der man sich zurechtfinden kann. Über einen Druck auf das Touch-Pad des Dualshock wird jedoch die Gebietskarte geöffnet. Es gibt allerdings nicht in jedem Gebiet eine Karte. Befindet man sich beispielsweise im fremden Gebiet ist es ja nur logisch, dass wir hierfür keinen Lageplan haben. Findet man sich mal überhaupt nicht zurecht, kann man mit gedrückt halten von L3 das Kamera auf das nächste Ziel zentrieren.

Die Charaktere und Hintergründe sehen durchgängig fantastisch aus und der Wechsel zwischen Cutscene und Spielgrafik ist kaum noch merkbar, da beides auf extrem hohen Niveau ist.

Beim Thema hohen Niveau kommen wir nicht darum herum über die Musik von Final Fantasy XVI zu sprechen. Komponist ist Masayoshi Soken der vielen bereits aus Final Fantasy XIV bekannt sein wird.


Mit dem Soundtrack zu Final Fantasy XVI hat er sich jedoch selbst übertroffen. Es gibt keinen schlechten Track im ganzen Spiel, die Musik ist immer on point passend, die Situation unterstreichend und trägt im Wesentlichen zum Spielerlebnis bei. Ohne die Musik wäre Final Fantasy XVI nicht so gut wie es jetzt ist.

Egal ob die Musik in Kämpfen, in Gesprächen mit NPCs oder beim Durchlaufen der Wälder und Wüsten von ValistehaSoken liefert ab und man möchte an einigen Stellen gar nicht weiterspielen, um weiter der Musik lauschen zu können.

Einige der Titel kann man unter anderem bei Händlern in ganz Valisteha verteilt für seine hart verdienten Gil eintauschen und diese danach im Ochrestarion, ähnlich einer Jukebox, immer wieder hören.


Insbesondere die Musik für die einzelnen Bosse im Spiel sind unglaublich gut geschrieben, greifen jedoch nach wie vor das Gefühl der klassischen Final Fantasy Teile auf. Und wenn dann noch das Main Theme of Final Fantasy leise im Hintergrund zu spielen beginnt, kommen manchmal automatisch die Tränen. Auch das ein oder andere bekanntere Stück aus anderen Teilen der Reihe finden wir in neuen Arrangements in FFXVI wieder.

Die Musik ist zusammen mit der Story das größte Highlight im Spiel.

Wir können es gar nicht erwarten, den offiziellen OST in den Händen zu halten und die Musik wieder und wieder zu hören.

 

Fazit

Wie ihr unseren Wertungen entnehmen könnt, ist Final Fantasy XVI, in unseren Augen, ein Meisterwerk und könnte der Grundpfeiler für die zukünftige Ausrichtung der Serie werden.

Man merkt dem Spiel an, dass es als fertiges Werk in sich geschlossen ist, ohne Absichten auf DLCs oder andere Weiterführungen und allein das macht einen riesigen Unterschied. Insbesondere im Vergleich zu Final Fantasy XV das in so viele Stücke und Teile gerissen wurde, so dass das Spiel bis heute unfertig ist.

Außerdem müsst ihr ebenfalls bedenken, dass dieses Review weitgehend spoilerfrei gehalten ist. Das heißt, wir haben euch einige Dinge bisher vorenthalten die Final Fantasy XVI zusätzlich zu bieten hat.

Diese und weitere Funktionen könnt ihr dann in Final Fantasy XVI für euch entdecken.


Die Story und die Charaktere sind so gut und nachvollziehbar wie sympathisch geschrieben wie in keinem Final Fantasy der letzten Jahre und wir können wirklich jedem, der sich überlegt sich Final Fantasy XVI zu kaufen nur ans Herz legen es zu tun. Ihr werdet keine Sekunde davon bereuen. Final Fantasy XVI ist auf der einen Seite ein super modernes Spiel, schafft es jedoch gleichzeitig mühelos die Seele der alten Teile wie Final Fantasy VII oder  Final Fantasy X einzufangen.

Durch die verschieden Modi ist das Spiel so zugänglich wie kein Teil zuvor und bietet trotzdem knackige Herausforderungen für Spieler aller Art.

Wenn Square Enix diesen Kurs und die Qualität beibehält, können wir alle nur davon profitieren.

Sagen wir es einfach wie es ist: Wir lieben Final Fantasy XVI!

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Spieletest von:

Stefan

White Anduriel

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